Finaler Showdown mit Felski-Jubiläum
Einen besseren Zeitpunkt für sein 1.000 Erstligaspiel hätte sich Eisbären-Urgestein Sven Felski nicht aussuchen können. Sein Jubiläumsspiel bestreitet der 37-Jährige ausgerechnet im entscheidenden Endspiel um die Deutsche Eishockeymeisterschaft am Dienstag in der Berliner o2 World.
Es sind Geschichten, welche nur der Sport schreiben kann. Wenn am Dienstag in der Berliner o2 World die Eisbären Berlin und die Adler Mannheim im entscheidenden Finale um die Deutsche Eishockeymeisterschaft ihre Stöcke kreuzen, wird es für einen der Protagonisten auf den Eis eine ganz besondere Partie sein. Der Berliner Sven Felski, seit 1984 bei den Eisbären bzw. deren Vorgängerclub Dynamo Berlin, bestreite ausgerechnet im finalen Showdown der beiden DEL-Rekordmeister das 1.000. Erstligaspiel für seinen Heimatverein. „Ich bin so stolz, dass die Mannschaft am Sonntag alles dafür gegeben hat, dass meine Karriere nicht bei 999 Spielen stehen bleibt“, wirf Felski noch einmal einen Blick auf den dramatischen 6:5-Sieg in der Verlängerung am Sonntag in Mannheim zurück.
In diesem vierten Finale spielte Felski allerdings nur eine Nebenrolle. Im Mittelpunkt standen diesmal andere Eisbärenspieler. Wie zum Beispiel Travis Mulock, der mit seinem Siegtreffer in der Overtime Spiel fünf erst ermöglichte. „Das war das wichtigste Tor in meiner Karriere“, sprudelte es aus dem Berliner Stürmer heraus. Nicht minder euphorisch gab sich Mulocks Teamkollege Constantin Braun nach der Aufholjagd der Eisbären, die 14 Minuten vor Spielende noch mit 2:5 in Rückstand lagen. „Wir sind jetzt derart heiß und kehren mit dem Gefühl nach Berlin zurück, dass uns den Titel keiner mehr nehmen kann“, sagt der Nationalverteidiger selbstbewusst.
Psychologisch scheinen die Eisbären natürlich klar im Vorteil zu sein. Allerdings spricht die Statistik eher für die Adler Mannheim. Denn seit Einführung der Playoffs in Deutschland vor 31 Jahren kam es im Finale elf Mal zu einem entscheidenden fünften Spiel. Und dabei setzte sich lediglich vier Mal das Heimteam durch. Seit Bestehen der DEL im Jahr 1994 gewann das Auswärtsteam gar alle vier Entscheidungsspiele auf fremden Eis.
Nicht nur deshalb gibt sich Mannheims Trainer Harold Kreis kämpferisch. „Für uns war die Niederlage am Sonntag sehr, sehr frustrierend“, meint Kreis, „doch wir sind immer noch im Rennen. Ich werde es nicht zulassen, dass meine Mannschaft jetzt die Köpfe hängen lässt.“ Auch für Felski ist der Titelkampf völlig offen. „Es steht jetzt lediglich 2:2, nicht mehr und nicht weniger“, so der Berliner, „die ganze Mannschaft ist natürlich brutal glücklich, dass wir noch einmal nach Berlin zurückkehren können und ein Heimspiel haben. Aber alles ist offen und wer gewinnt, ist verdient Meister.“
In der Stunde des Verlierers
Nein, Eishockey ist kein Kindergeburtstag. Nicht auf dem Eis, nicht auf den Rängen und manchmal auch nicht in der medialen Betrachtung. Auch einem Journalisten, Reporter oder Hobbyautor sei es zugestanden, Herzblut für “seinen” Verein zu besitzen. Was bei aller Sympathiebekundungen jedoch nie verloren gehen darf, ist die Sachlichkeit und Objektivität in der Berichterstattung. Das gilt vor allem und insbesondere in der Stunde der Niederlage.
Und so wäre es den Verfassern der Berichte über das Halbfinal-Aus “ihrer” Straubing Tigers auf der Online-Präsenz der idowa-Mediengruppe, Hockeyweb und Eishockey-Magazin zu wünschen gewesen, nach Spielschluss einmal um das Eisstadion zu laufen und alle verständlichen Emotionen vom Schreibblock fernzuhalten. Es ist durchaus unbestritten, dass nicht alle Entscheidungen der Unpartiischen nachzuvollziehen waren. Dies aber als alleinigen Grund für das Scheitern des Underdogs gegen die großen Eisbären aus der noch viel größeren Hauptstadt anzuführen, trifft den Kern der Sache aber nicht im Geringsten. In allen drei Publikationen wird mit keiner Silbe erwähnt, dass die Eisbären bis auf Spiel drei das läuferisch und spielerisch stärke Team waren.
Viel lieber ergeht man sich in Verschwörungstheorien à la “man wollte uns im Finale nicht haben.” Dazu passt es ins Bild, dass die Matchstrafe von Barry Brust, die einer vorsätzlichen Körperverletzung gleichkommt, als Nebensächlichkeit angesehen respektive der niedergestreckte Florian Busch, der an der Lippe genäht werden musste, als Schauspieler bezeichnet wird. So machten sich Teile der schreibenden Zunft neben Brust zum größten Verlierer des Playoff-Halbfinales.
Eisbären wollen Montag alles klar machen
Einen Fuß haben die Eisbären schon in die Tür zur DEL-Endspielserie gestellt. Gewinnen die Berliner auch am Ostermontag gegen Straubing ihr drittes Halbfinale, würde der Meister seine fantastische Playoff-Bilanz weiter ausbauen.
Der Sieg am Montag zum Vorstoß ins Finale der Deutschen Eishockey-Liga soll für die Eisbären Berlin nur noch eine Formsache sein. Nach den zwei souveränen 4:1-Erfolgen gegen Underdog Straubing Tigers spricht alles für die Berliner, den nötigen dritten Sieg im Halbfinale auf eigenem Eis einzufahren. Zumal die Eisbären noch nie eine Playoff-Serie aus der Hand gaben, in der sie mit 2:0 in Führung lagen. Außerdem befindet sich der Serienmeister der vergangen Jahre auf einer regelrechten Erfolgswelle. Saisonübergreifend hat der fünffache DEL-Titelträger seit dem vierten Halbfinalspiel vor einem Jahr gegen Düsseldorf bereits elf Playoff-Begegnungen in Folge gewonnen.
Eisbärentrainer Don Jackson ist jedoch vorsichtig. „Jedes Spiel geht von Null los“, sagte der US-Amerikaner, „wäre Erfolg vorhersagbar, würden wir irgendwann mal keine Eintrittkarten mehr verkaufen, weil jeder schon vorher wüsste, wie die Spiele enden.“
Beeindruckt war der Berliner Übungsleiter mit dem Auftreten seiner Mannschaft im Hexenkessel von Straubing, wo der Titelverteidiger am Samstag supercool zu Werke ging. „Ich bin stolz auf die Jungs“, zeigte sich Jackson von der geschlossenen Mannschaftsleistung angetan, „vor allem defensiv haben wir gut gespielt und gefährliche Torchancen herausgearbeitet.“ Einen Spieler hob er dann aber dennoch hervor. „Rob Zepp im Tor war der große Faktor für unseren Sieg“, lobte Jackson den Berliner Schlussmann, der mit zahlreichen Paraden den Tigers den Nerv raubte.
Verzichten müssen die Eisbären am Ostermontag auf jeden Fall auf André Rankel. Der Stürmer, der den Straubinger Daniel Sparre mit einem harten Bandencheck ausknockte, ist nach einer Matchstrafe bis auf weiteres gesperrt. „Es ist möglich, dass die Strafe richtig war“, meinte Jackson, „doch ich will mir die Szene noch einmal am Video anschauen, ehe ich mich dazu äußere.“ Fraglich ist zudem der Einsatz von Abwehrspieler James Sharrow, der am Samstag bei der Partie in Straubing einen harten Schlagschuss auf den Fuß bekam und am Sonntag nicht mit dem Team trainieren konnte. (für dpa)
Eisbären unbeeindruckt von Kölner Härte
Serienmeister Eisbären Berlin ist in der DEL vornehmlich wegen läuferischer Qualitäten und Spielwitz bekannt. Im Viertelfinale zeigt der Titelverteidiger, dass er auch das kämpferische Element beherrscht. Gegen Köln halten die Berliner ordentlich dagegen.
Für den Trainer der Kölner Haie stand fest, dass sein Team mit den Eisbären Berlin spielerischen nicht auf einer Stufe steht. „Gegen die Eisbären musst du deshalb bis an die Grenze des Erlaubten gehen“, erklärte der ehemalige Bundestrainer Uwe Krupp.
„Wenn du versuchst, mit Berlin mitzuspielen, nehmen sie dich gnadenlos auseinander.“ Am Sonntag war auch dieser Ansatz nicht von Erfolg gekrönt: Berlin gewann 3:1 und ist nur noch einen Erfolg vom Einzug ins Halbfinale der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) entfernt.
Dennoch schien Krupps Taktik in der Hauptstadt zunächst aufzugehen, ehe sich der Meister auf die aggressive Kölner Spielweise eingestellt hatte. „Es war uns schon klar, dass die Haie etwas anders als in den beiden Spielen zuvor auftreten würden“, erklärte Berlins Frank Hördler zu den anfänglichen Probleme der Eisbären, „wir brauchten einige Zeit, um uns darauf einzustellen“.
Dass die Eisbären dann nach und nach die Oberhand gewannen, lag auch daran, dass sie den in den Ring geworfenen Fehdehandschuh aufnahmen. „Das ist Playoff-Hockey, wir haben gut dagegengehalten“, befand der in 117 Playoff-Spielen gestählte Sven Felski, der sichtlich Spaß an den 60 körperbetonten Minuten hatte.
Seinen Spaß hatte an diesem Nachmittag auch Eisbär André Rankel. Allerdings eher unfreiwillig. Als er kurz nach dem Rückstand eine korrekte Abseitsentscheidung lautstark mit den Worten „Bist du bescheuert, oder was?“ in Richtung Linienrichter monierte, war er folgerichtig für 10 Minuten zum Zuschauen verurteilt. Ausgerechnet in dieser Phase drehten die Berliner mit drei Toren binnen 96 Sekunden die Partie.
Hinterher bewertete Rankel seine Aktion so etwas wie ein Weckruf. „In der Phase waren wir alle ein wenig angefressen“, meinte der Nationalstürmer der Eisbären und ergänzte mit der nötigen Portion Humor: „Ich wäre gerne für den Rest des Spiels draußen geblieben, wenn wir dafür noch ein paar Tore geschossen hätten.“
Da Rankel irgendwann aber wieder mitspielen musste, fielen zwar keine weiteren Treffer mehr, aber es reichte auch so zum dritten Sieg in der Best-of-Seven-Serie. Von daher befindet sich der fünfmalige DEL-Champion in einer komfortablen Position für die restlichen Spiele.
Bereits am Mittwoch kann das Team von Trainer Don Jackson den Einzug ins Halbfinale in Köln perfekt machen. „Wir müssen einfach nur auf uns schauen, über 60 Minuten unser Spiel durchziehen“, sagte Rankel, „dann sehe ich dem Mittwoch sehr positiv entgegen.“ Dann werden die Eisbären mit großer Wahrscheinlichkeit auf Richard Regehr verzichten müssen. Beim kanadische Scharfschütze brach am Sonntag die alte Hüftverletzung wieder auf, weswegen er vorerst geschont werden soll. (für dpa)
Eisbären sehen sich in Favoritenrolle
Das Selbstvertrauen ist in die Reihen der Eisbären Berlin zurückgekehrt. Spätestens nach dem Gewinn des siebten Hauptrundentitels geht der fünfmalige DEL-Champion mit breiter Brust in die Playoffs. Und sieht sich dort als Favorit auf den Meistertitel.
Erkundigt man sich bei Eisbärentrainer Don Jackson nach seinen Saisonzielen, so sind diese klar definiert. “Wir wollen jedes Spiel gewinnen, wollen Erster nach der Hauptrunde sein und wir wollen Erster nach den Playoffs sein”, lautet die immer wiederkehrende Antwort des 55-jährigen Erfolgstrainers, der mit den Berliner bereits vier Meistertitel, einen davon als Assistent von Pierre Pagé, sowie einen – wenn auch eher unbedeutenden – Pokalsieg erringen konnte.
Bei einer derartigen Bilanz ist es natürlich auch klar, dass man nicht den zweiten Platz als Ziel vorgeben kann. Und genau aus diesem Grund verwundert auch eine Woche vor dem Playoff-Start Jacksons Auskunft auf die Frage nach dem Meisterschaftsfavoriten nicht. “Eisbären Berlin!” klingt es forsch und selbstbewusst.
Auch die Mannschaft teilt die Zuversicht ihres Trainers. Dass es noch vor wenigen Wochen gar nicht so gut um den Titelverteidiger stand, ist längst vergessen. “In einer so langen Saison ist es doch ganz normal, dass man zum Ende hin auch mal eine Phase hat, wo es nicht so gut läuft”, meint Sven Felski, “so ging es doch allen anderen Topteams auch. Unruhig wurden wir deshalb nicht.” Felski verweist berechtigt auch auf die lange Ausfallliste der Eisbären. Teilweise fehlten dem Hauptstadtclub gleich zehn Stammkräfte. “Es war sicherlich nicht immer leicht für uns, aber es hat sich gezeigt, dass wir einen großen und vor allem guten Kader beieinander haben”, sagt die Berliner Eishockeyikone.
Jackson und Felski sowie die restlichen Eisbären warten nun auf ihren Gegner für das am 20. März mit einem Heimspiel beginnende Viertelfinale. Mit Augsburg, Köln und Iserlohn stehen dabei drei Clubs auf der Warteliste, gegen welche die Eisbären in dieser Saison trotz Platz eins so ihre Probleme hatten. “Völlig egal, wer es wird, wenn du Meister werden willst, musst du jede Mannschaft schlagen”, bemüht Torhüter Rob Zepp eine zu diesen Anlass gern genommene Floskel. Und so abgedroschen sie auch klingt, genau so viel Wahrheit steckt in ihr. Allein die Eisbären haben es fünf Mal schon belegt. Felski, der bei Erreichen des DEL-Finales noch in dieser Saison sein 1.000 Erstligaspiel für den Hauptstadtclub bestreiten könnte, pflichtet seinem Keeper bei und sagt: “Auch wenn uns Iserlohn zum Beispiel in dieser Saison nicht so gelegen hat, wir haben gegen jedes Team wenigstens einmal gewonnen. “ (für dpa)
Eisbären nach Sieg Hauptrundenmeister
Die Eisbären Berlin haben durch ein 4:3 (1:1, 2:1, 0:1/1:0) über die Kölner Haie am Sonntag zum siebten Mal die DEL-Hauptrundenmeisterschaft gewonnen. Als sichtbares Zeichen des Erfolges tragen die Berliner im Playoff, welches für den Titelverteidiger am 20. März mit dem ersten Viertelfinalspiel gegen entweder Augsburg, Köln oder Iserlohn beginnt, ein silberfarbendes DEL-Logo auf dem Trikot. „Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft“, freute sich Berlins Trainer Don Jackson über den ersten Saison-Teilerfolg der Eisbären, „der Dank geht aber auch an unsere Fans, die uns über die gesamte Saison fantastisch unterstützen.“
Vor 14.200 Zuschauern in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof geriet der Meister zunächst durch Marcel Ohmann (4.) in Rückstand. Nach dem Vincent Schlenker (11.) der Ausgleich gelang, gingen die Berliner im zweiten Drittel durch Darin Olver (22.) erstmals in Führung. Der Toptorjäger war es auch, der nach dem Kölner 2:2-Ausgleichstreffer durch Philip Gogulla (28.) mit seinem 24. Saisontreffer in der 36. Spielminute für den 3:2-Pausenstand nach dem zweiten Abschnitt sorgte. In einem umkämpften Spiel mit zahlreichen Torchancen kamen die Gäste durch den Ex-Berliner Alexander Weiß (44.) im letzten Drittel zur am Ende verdienten Punkteteilung. „Die Partie war schon mal ein Vorgeschmack darauf, was uns in den Playoffs erwartet“, sagte Jackson aufgrund der hohen Intensität. Nach dem auch die Verlängerung torlos blieb, markierte Sven Felski im notwendig gewordenen Penaltyschießen mit seinem verwandelten Versuch den Siegtreffer für die Eisbären. „Wir wollten die Partie heute unbedingt gewinnen, damit wir gut für die Playoffs präpariert sind“, strahlte Torschütze Felski nach der Partie. (für dpa)
Rumpfteam hat Hauptrundentitel im Visier
Ein spannender Vorrundenabschluss steht am Sonntag in der Deutschen Eishockey Liga den Eisbären Berlin ins Haus. Der Tabellenführer empfängt in der bereits ausverkauften Arena am Ostbahnhof die Kölner Haie. Während die Eisbären mit einem Sieg sich zum siebten Mal die DEL-Hauptrundenmeisterschaft sichern können, geht es für die auf Rang zehn platzierten Rheinländer nach fünf Siegen in Folge noch um die direkte Playoff-Qualifikation. „Unsere Devise lautet, gewinnen, denn wir wollen unbedingt Erster bleiben“, sagt Florian Busch. Gleichzeitig warnt der Berliner Stürmer vor den Domstädtern, bei denen die Eisbären kürzlich eine Niederlage kassierten. „Die Haie haben einen guten Lauf“, so Busch, „wodurch wir uns aber nicht unter Druck setzen lassen sollten. Wir müssen uns auf uns selbst konzentrieren und diesmal die Fehler, die zum 1:2 in Köln führten, vermeiden.“
Jedoch werden die Eisbären das abschließende Punktspiel personell dezimiert bestreiten. Verzichten müssen die Eisbären neben den Langzeitausfällen Ustorf, Pederson, Bielke und Constantin Braun am Sonntag auch auf Tyson Mulock, der sich gegen Straubing am Freitag eine Oberschenkelprellung zuzog, sowie auf den nach drei Disziplinarstrafen gesperrten André Rankel. Trainer Don Jackson kündigte zudem an, möglicherweise auf die mit zwei Disziplinarstrafen vorbelasteten Verteidiger Richard Regehr, Jens Baxmann und James Sharrow zu verzichten, um keine Sperren für das erste Playoff-Spiel zu riskieren. Robert Zepp kehrt nach der Geburt seiner Tochter am Sonntag ins Tor der Berliner zurück. (für dpa)
Eisbären bestrafen überharte Straubinger
Die Eisbären Berlin haben den DEL-Hauptrundentitel weiterhin fest im Visier. Durch das 6:3 (0:0, 4:2, 2:1) gegen die Straubing Tigers verteidigte der Meister erfolgreich am Freitagabend seine Tabellenführung. Einen weiteren Heimsieg am letzten Spieltag am Sonntag gegen die Kölner Haie vorausgesetzt, könnten sich die Berliner die beste Ausgangsposition für die Playoff-Runde sichern.
Nach einem zerfahrenen ersten Spielabschnitt bedurfte es für die Eisbären vor 14.200 Zuschauern schon eines doppelten Überzahlspiels, um in Führung zu gehen. Mads Christensen (23.) und Barry Tallackson (23.) bestraften die mit insgesamt 73 Strafminuten äußerst rustikal zur Sache gehenden Niederbayern innerhalb von 51 Sekunden mit zwei Toren. “Gegen eine Mannschaft mit soviel Talent und dem besten Powerplay, haben wir hier heute eindeutig zu viele Strafen kassiert”, kritisierte Tigers-Trainer Daniel Ratushny den undisziplinierten Auftritt des Tabellenachten. Als drei Minuten später Florian Busch (26.) erneut mit zwei Mann mehr auf dem Eis das 3:0 gelang, sah alles nach einem Spaziergang für die Eisbären aus. Ein Unterzahltreffer durch Dustin Whitecotton (30.) sowie ein Powerplaytor von Laurent Meunier (33.) brachten die Gäste kurz wieder ins Spiel zurück. Gegen sich mit zwei Spieldauerstrafen selbst dezimierende Straubinger stellten Jens Baxmann (34.), André Rankel (50.) und Julian Talbot (60.) bei einem Gegentreffer von Sandro Schönberger (58.) den verdienten Heimsieg schließlich sicher. Allerdings haben die Eisbären erneut einen Verletzten zu beklagen: Tyson Mulock schied im zweiten Drittel mit einer Hüftprellung aus. Sein Einsatz am Sonntag ist fraglich. (für dpa)
Hauptrunden-Abschluss im Eisbären-Wohnzimmer
Vor dem letzten Spieltag halten die Eisbären Berlin alle Trümpfe in der Hand, sich zum siebten Mal den Titel des Hauptrundenmeisters zu sichern. In den beiden Heimspielen gegen Straubing und Köln wollen die Berliner mit Siegen ihre Tabellenführung verteidigen.
Den Spitzenplatz verteidigen und endlich wieder souveräner auftreten: Die Eisbären Berlin wollen sich am letzten Wochenende der Hauptrunde für die Playoffs warm schießen. In den beiden Heimspielen gegen Straubing und Köln geht es für den Meister darum, den wichtigen ersten Rang zu verteidigen. „Platz eins nach der Vorrunde war unser erstes Etappenziel“, betonte Trainer Don Jackson und ergänzte: „Wichtiger ist aber, wieder besser zu spielen und dabei die Kleinigkeiten richtig zu machen.“ Als Tabellenerster hätten die Eisbären in allen entscheidenden K.o.-Spielen Heimrecht.
Zudem darf sich der Gewinner der Punktrunde erstmals mit dem Titel „DEL-Hauptrundensieger der Saison 2011/12“ schmücken und als Zeichen mit einem silbernen Aufnäher auf dem Trikot in den Playoffs antreten. Bisher starteten die Eisbären Berlin sechsmal von Platz eins in die Endrunde der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) – Titel sprangen dabei allerdings nur zwei heraus.
Das ist für den Titelverteidiger noch Zukunftsmusik. Die Statistik gegen die beiden Gegner spricht für die Eisbären: Gegen die Tigers aus Straubing (Freitag/19.30 Uhr) gewannen die Berliner sieben ihrer zehn Heimspiele, zuletzt im Oktober mit 5:1. Noch viel deutlicher ist die Bilanz gegen die Kölner Haie, gegen die 14 der vergangenen 15 Partien in der Hauptstadt gewonnen wurden. In der Domstadt jubelten vor zehn Tagen allerdings die Haie, die Berlin 2:1 bezwangen.
Das Krankenlager der Eisbären leert sich immer mehr. Stürmer Laurin Braun kehrt nach überstandener Fußverletzung ins Team zurück. Am Freitagvormittag entscheidet sich auch der Einsatz von Verteidiger Richie Regehr, der zuletzt mit einer Hüftprellung aussetzen musste. „Für beide ist es wichtig, vor den Playoffs noch ein wenig Spielpraxis zu sammeln“, sagte Manager Peter John Lee.
Offen ist, ob Verteidiger Thomas Supis auflaufen kann. Im Training am Donnerstag fehlte der Youngster mit einer Magen-Darm-Grippe. Eine Pause erhält Schlussmann Rob Zepp, der am Mittwoch zum zweiten Mal Vater wurde. Für ihn wird Kevin Nastiuk das Berliner Tor hüten. Weiter fehlen in Constantin Braun (Sprunggelenkfraktur), Stefan Ustorf (Gehirnerschütterung), Denis Pederson und Dominik Bielke (beide Kreuzbandriss) vier Stammspieler. (für dpa)
Eisbären verlieren erneut und die Tabellenführung
Die Eisbären Berlin verlieren weiter. Am Freitagabend kassierte der Meister beim 2:5 (1:1, 0:1, 1:3) bereits die zehnte Niederlage in den letzten 15 Spielen. Gleichzeitig büßten die Berliner erstmals seit Wochen die Tabellenführung in der DEL ein.
Die 14.200 Zuschauer in der ausverkauften Arena am Ostbahnhof sahen eine Partie ohne jeden taktischen Zwang. Beide Teams begegneten sich mit hochgeklapptem Visier auf Augenhöhe. Den besseren Start dabei erwischten die Gastgeber, die durch ihren auffälligsten Spieler an diesen Abend, Darin Olver, bereits nach 106 Sekunden in Führung gingen. Düsseldorf kam durch einen Überzahltreffer von Benjamin Gordon (8.) noch im ersten Spielabschnitt zum Ausgleich. Während die Eisbären im weiteren Verlauf der Begegnungen fahrlässig mit ihren Chancen umgingen, zeigten sich die Rheinländer cleverer beim Ausnutzen ihrer Torgelegenheiten. Tyler Beechey brachte die DEG Mitte des Spiels zu diesem Zeitpunkt etwas überraschend, aber keinesfalls unverdient mit 2:1 in Führung (32.). Zwar konnten die Berliner nach dem 2:2 durch Tyson Mulock (55.) noch einmal kurz von einem Sieg träumen, doch Patrick Reimer (57.), Andrew Hedlund (58.) und Connor James (58.) sorgten mit ihren Toren für den ersten Düsseldorfer Erfolg in der Hauptstadt nach zuvor sechs Pleiten in Folge.
Zusätzlich zur Niederlage mussten die Eisbären bereits vor dem Spiel eine weitere Hiobsbotschaft verkraften. Bei Constantin Braun wurde ein Bruch des Sprunggelenks festgestellt, weshalb der Nationalverteidiger für unbestimmte Zeit ausfallen wird. (für dpa)
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